Montag, 28. September 2026
Am 25. September haben erneut mehr als 45.000 Schüler*innen in über 100 Städten die Schule bestreikt, so das Bündnis "Schulstreik gegen Wehrpflicht". Der Streik richtete sich gegen den Beginn der Zwangsmusterungen. Am 18. September gab das Verteidigungsministerium bekannt, dass seit Juli 18-jährige Männer gemustert werden. Darunter auch über 1.000, die auf dem Fragebogen beim Interesse an einem Wehrdienst 0 von 10 möglichen Punkten angegeben haben. Die Verpflichtung für Musterungen gilt schon jetzt, obwohl eine Verpflichtung erst ab Juli 2027 angekündigt wurde. Die Schüler:innen fordern einen Stopp der Zwangsmusterungen, eine Rücknahme des Wehrdienstmodernisierungsgesetzes und einen Stopp der schrittweisen Wiedereinführung der Wehrpflicht.
In Augsburg gab es ebenfalls eine bunte und lebhafte Demo durch die Innenstadt, ein kurzes Video gibt es auf der Instagram-Seite von Schulstreik Augsburg zu sehen. Die Rede von Elisabeth bei der Kundgebung dokumentieren wir hier:
"Wer hat schon Pläne für die nächsten zwei Jahre? Und wer möchte von euch, dass die Regierung diese Pläne einfach zunichtemacht? Wir stehen heute hier um gegen die Wehrpflicht, Krieg und Militarisierung zu demonstrieren. Eine Wehrpflicht, die bereits heute unsere Freunde dazu zwingt, sich mustern zu lassen. Kriege in denen bereits heute unzählige junge Menschen durch deutsche Waffen sterben und eine Militarisierung in der bereits heute Aberhunderte Milliarden in Waffen statt in unsere Jugendangebote und Bildung fließen.
Wir sind keine Nummern in einer Kaserne. Wir sind Menschen, mit Träumen, Plänen und Ängsten. Uns einzuziehen bedeutet unsere Freiheit zu nehmen und eine Politik zu stützen, die wir gar nicht wollen.
Denn die Wahrheit ist doch: Unsere Zukunft brennt an allen Ecken! Wir stecken mitten in einer Klimakrise. Und was macht die Politik? Statt endlich die echten Probleme zu lösen, investieren wir Milliarden von Euros in die Zerstörung. Sie sparen bei Schulen, sie sparen beim Klimaschutz, aber für Panzer ist das Geld plötzlich unbegrenzt da. Das zeigt uns doch ganz deutlich, dass sich die Politiker nicht ein bisschen für uns interessieren nicht jetzt, nicht in der Zukunft. Sie wollen uns nur als Rädchen ihres Systems. Aber das sind wir nicht!
Die Aufrüstungsspirale dreht sich immer weiter, es ist kein Ende in Sicht. Friedrich Merz und seine Leute wollen uns "kriegstüchtig" machen. Aber für was denn eigentlich? Wir Schülerinnen und Schüler sind eine Generation, die auch ohne Krieg schon kaum Perspektiven hat. Und wir sollen jetzt zum Wohle eines Landes an die Waffe gezwungen werden. Das lassen wir so nicht mit uns machen. Schließt euch dem Schulstreik an und organisiert euch gegen Krieg und Aufrüstung! Unsere Zukunft gehört uns - und nicht der Waffe!"